Am 31.03.2021 in Oldenburg # -Ulrich Gathmann // Foto: Lukas Lehmann (lukaslehmann.de)

Oldenburg hat die allerbesten Voraussetzungen, Wasserstoffstadt Nr. 1 in Deutschland zu werden. „Doch eine Sache fehlt“, sagt OB-Kandidat Ulrich Gathmann mit Blick auf die kürzliche Fachkonferenz „Auf Achse“, aktuelle Berichterstattung der NWZ und jahrzehntelange eigene Erfahrungen als Wirtschafts-Manager. „Produktion und Transport von Grünem Wasserstoff sind mit dem fortschrittlichsten Energie-Konzern Deutschlands vor Ort. Spitzenforschung haben wir mit dem DLR-Institut für Vernetzte Energie-Systeme auch. Was aber noch fehlt, ist der Absatzmarkt. Wasserstoffstadt Nr. 1 werden wir nur, wenn wir klimaneutralen Wasserstoff als Energieträger auf die Straße und vor allem auf die Schiene bringen. Die Bahnstrecke zwischen Oldenburg und Osnabrück ist dafür ideal geeignet. Sie wird laut Bundesverkehrswegeplan nicht ausgebaut, ihre Elektrifizierung ist zu teuer, aber das Fahrgastaufkommen ist da. Und seit der Stippvisite des Wasserstoffzuges von Alstom im Juni 2019 ist klar, dass die Strecke nach Osnabrück auch nutzbar ist. Bevor andere es tun, müssen wir diesen Mega-Schritt für Umwelt und Ökonomie gehen. Kommende Ausschreibungen für den Streckenbetrieb müssen Grünen Wasserstoff als Antriebstechnologie voraussetzen.“

Expertenrunde bestätigt Vorteile

Gathmann hatte am 3. Mai an der virtuellen Fach-Konferenz „Auf Achse“ mit dem Zentralthema Wasserstoff teilgenommen. Diese Veranstaltung fand in Zusammenarbeit mit der Stadt Oldenburg, der IHJO, dem OLEC Arbeitskreis Wasserstoff und der Wasserstoff-Initiative H2OL statt, mit Vorträgen u.a.von Ronald Rose (Bremer Mineralölhandel GmbH), Eva Stede (EWE Gasspeicher GmbH), Dr. Alexander Dyck (DLR-Institut für Vernetzte Energiesysteme e.V.), Burkard Oppmann (FAUN Umwelttechnik GmbH Co. KG) und Remmer Witte (Acht-Elf-Elf Das Taxi GmbH). Auch der Anwendungsfall für wasserstoffbetriebene Züge war Thema. 40 Prozent des deutschen Streckennetzes seien nicht elektrifiziert, die Elektrifizierung eines Kilometers Schienenweg indes koste rund eine Million Euro. Wasserstoffzüge böten hier in der Perspektive eine marktfähige Alternative.

Akzeptanz auf der Kundenseite

Zudem teilt EWE selbst auf ihrer Webseite mit, dass die Strecke Oldenburg-Osnabrück für den Linienverkehr mit Wasserstoffzügen infrage käme1. Gathmann weiter: „Die mehr als erfolgreiche Testfahrt des Alstom-Wasserstoffzuges hat allen gezeigt: Es geht technisch, es geht bahnbetrieblich, wir haben die Akzeptanz auf der Kundenseite und die Power vor Ort. Alles ist da, um Wasserstoff-Stadt Nr. 1 in Deutschland zu werden. Als Politik müssen wir deshalb sofort handeln.
Eingeladen zur Fahrt des Wasserstoff-Zuges hatten am 25. Juni 2019 neben dem Hersteller Alstom auch das Oldenburger Energie-Cluster (OLEC), EWE und die Stadt Oldenburg. An Bord waren rund 170 Interessierte und Entscheider.