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28.11.2016, 19:30 Uhr
+++ "AFGHANISTAN – ALLES GUT?" +++ CDU KREISVERBAND BESUCHT VORTRAG IM PFL +++
„Afghanistan – alles gut?“ Diese Frage stellte heute Abend Oberst Hermeling des Stabes der 1. Panzerdivision Oldenburg im PFL. Er war 9 Monate im Bereich Masar-e- Scharif und Kundus im Einsatz. Seit kurzer Zeit aus dem Einsatz zurück, berichtete er über s

Mit Hochspannung und Dank nahmen unser Ratsherr Christoph Baak, stv. Fraktions- und Kreisverbandsvorsitzender sowie der Kreispressesprecher Hendrik Klein die Einladung an, um sich mit Informationen aus erster Hand einen unverfälschten Überblick über die aktuelle Lage in dem Bürgerkriegsland machen zu können.

Oberst Hermeling bei seinem Vortrag im PFL
PFL Oldenburg, Peterstraße -

Oberst Hermeling kritisierte in seinem Vortrag, dass der Großteil der deutschen Bevölkerung derzeit gar keine Idee davon habe, wie der laufende Bundeswehreinsatz in Afghanistan überhaupt aussehe. Anhand von lebendigen Beispielen schilderte er Höhen und Tiefen des Einsatzes:

Mit lediglich 5 deutschen Beratern in Kundus könne der Stab einer afghanischen Division nicht auf Vordermann gebracht werden. Ohne Sprachmittler sei eine Kommunikation mit afghanischen Kräften nicht möglich. Die Generale der afghanischen Armee seien häufig Vermögens-Millionäre und hätten neben ihrem Divisionskommando auch noch lukrative Nebentätigkeiten. Die Taliban seien im Vergleich zu den letzten Jahren besser organisiert, könnten an mehreren Orten zeitlich getaktet und koordiniert zuschlagen und seien mit modernem Gerät (bspw. Nachtsichtgeräte) ausgestattet.

Als persönliches Fazit stellte Oberst Hermeling fest, dass der Einsatz mit den derzeitigen Mitteln noch lange andauern müsse, um Früchte zu tragen, Geldflüsse müssten besser kontrolliert werden. Die moralische Größe „Bundeswehr“ würde bei Abzug schlagartig fehlen und sei kaum zu ersetzen. Es müsse schlussendlich ein von der Politik gewünschter Endstatus eindeutig ausformuliert werden – erst wenn dieser erreicht sei, dürfe ein Truppenabzug konsequent durchgezogen werden.

Die Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V. ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein, der es sich zum Ziel gesetzt hat, die Bildung der Bürgerinnen und Bürger auf dem Gebiet der Sicherheits- und Verteidigungspolitik durch Information und ehrenamtliche Öffentlichkeitsarbeit zu fördern. Auf den Internetseiten www.gsp-sipo.de kann man sich über die Arbeit des Vereins informieren.

Vielen Dank für diesen informativen und aufschlussreichen Abend!